Historische Ereignisse seit der Gründung 1917
1926: «Der Mütterverein blüht»
Der Mütterverein war seit seinen Anfängen ein äusserst aktiver Verein, eine Gemeinschaft, die durch alle Jahrzehnte hindurch kaum je Lähmungserscheinungen oder Stagnationen aufwies. So schrieb Pfarrer Tscherrig im Pastoralbericht von 1926: «Der Mütterverein blüht.»
Zwei Jahrzehnte war der Mütterverein auch bemüht, den Friedhof zu besorgen. An Sonntagen hatten fleissige Frauenhände gegossen, gejätet und gesäubert, so dass nicht nur die Gräber unserer Lieben frisch und sauber herausgeputzt waren, sondern auch der ganze Friedhof.
30er Jahre: Die Entwicklung
In der Mitte der dreissiger Jahre nahm die Mütterberatung in Naters ihren Anfang. Durch die Initiative einer jungen, tüchtigen Arztfrau durften schon dazumal die jungen Mütter jede Woche ihre Säuglinge zur Kontrolle bringen. Es war keine Institutionsgründung, eher ein privates Entgegenkommen. Zur Anstellung einer festbesoldeten Säuglingsschwester fehlten die Mittel. Anfangs der fünfziger Jahre wurde die Mütterberatung fest eingeführt.
1944: Erzbruderschaft der erw. Mütter für die Schweiz
Am 19.3.1944 errichtete der hl. Vater Pius der XII. durch ein Dekret eine eigene Erzbruderschaft der erw. Mütter für die Schweiz in der Klosterkirche zu Maria Einsiedeln. Dieser Erzbruderschaft hat sich auch Naters angeschlossen, am 25.April 1945.
50er Jahre: Die Entwicklung
Neben religiösen Weiterbildungen betrachtete es der Verein seit jeher als seine Aufgabe, im sozialen Bereich tätig zu sein. Laut den Verkündheften führte der Mütterverein ab und zu Lottos «zugunsten der Armen» durch. Pfarrer E. Zenklusen berichtet beispielsweise im September-Pfarrblatt von 1958: «Hauptaufgabe des Müttervereins ist die Sorge um die Kranken und Armen. In diesem Jahr machten die Mütter von Haus zu Haus eine Sammlung für die Armen. Seit jeher gedenkt man an Weihnachten der alten und kranken Menschen zuhause, im Altersheim und im Spital.
60er und 70er Jahre: Die Entwicklung
Der Jahresbeitrag wurde 1963 von Fr. 1 auf Fr. 2 und 1974 von Fr. 2 auf Fr. 5 erhöht. Ab 1976 fanden regelmässige Besuche in der Alterssiedlung Sancta Maria statt. Es wurden Spaziergänge, Ausflüge, Kaffee und Kuchen gemeinsam genossen.
80er Jahre: Die Entwicklung
Die reformierten und katholischen Frauen der Gemeinden Brig, Glis und Naters entschieden gemeinsam den Weltgebetstag zu feiern. Der Anlass fand abwechslungsweise in den drei Gemeinden statt über mehrere Jahrzehnte.
1990: Beziehungspflege mit den Mitgliedern von Birgisch & Erhöhung des Mitgliederbeitrags
In der Adventszeit wird im schmucken Kirchlein in Brigisch gemeinsame eine Andacht gefeiert. Anschliessend gibt’s ein gemütliches Zusammensein, bei Kaffee und selbstgebackenen Biskuits.
Der Jahresbeitrag wurde von Fr. 5 auf Fr. 10 erhöht.
1993: 75 Jahre Frauen- und Müttergemeinschaft
75 Jahre – im Ablauf der zeitlosen Unendlichkeit – ein NICHTS. Jedoch im Laufe der Jahrzehnte eine Fülle von Gewolltem und Erreichtem. 75 Jahre, ist eine recht lange Zeit, in der sich die Stellung der Frau grundlegend geändert hat. Zu Beginn des Vereins, war das Wesen der Frau noch weitgehend auf die Mutterschaft und auf die Arbeit in Haus und Hof ausgerichtet. Heute aber hat die Frau das Mitspracherecht in Wirtschaft und Politik sowie Öffentlichkeit. Und somit als Frau, Mutter und Gattin ein vollwertiges Mitglied der Gesellschaft. Vor 75 Jahren noch, ja vor wenigen Jahren undenkbar.
2007: 90ter Geburtstag – die erste Vereinsfahne & Erhöhung des Mitgliederbeitrag
Für die Gestaltung der neuen Vereinsfahne setzte der natischer Künstler Edelbert Bregy viel Herzblut und Engagement ein. Der Entwurf und die Materialkosen für die Vereinsfahne war ein Geschenk von E.W. Bregy.
Deutung der Fahne nach E.W. Bregy: «Eine weisse Taube, Symbol des Friedens und des ewig Weiblichen, fliegt durch die vier Frauengesichter. Der Taubenschnabel und Teil der Flügel bilden das Gesichtsprofil. Die Gesichter stellen die vier Charaktere Typen des Menschen dar, nämlich den Phlegmatiker (schwer erregbarer, träger Mensch), den Sanguiniker (leicht erregbarer Mensch mit heftigen, kurzdauernden Affektreaktionen und heiterer Stimmungslage), den Choleriker (reizbarer, leicht aufbrausender Mensch) und den Melancholiker (schwermütiger, trübsinniger, grübelnder Mensch).
Auf der rechten Seite der stahlblaue Walliser Himmel und auf der linken Seite auf rotem Grund befindet sich das Natischer Wappen mit den zwei goldenen, gekreuzten Bischofsstäben und der erhöhten Mitra.»
In dem Jahr stellte der Vorstand an der GV den Antrag den Jahresbeitrag von Fr. 10 auf Fr. 20 zu erhöhen, dieser wurde einstimmig angenommen.
2017: 100 Jahre Frauen- und Müttergemeinschaft
Worte der Präsidentin Willisch Carmen: «Was vor 100 Jahren gepflanzt wurde, hat sich zu einem blühenden Baum mit 858 Blättern entwickelt. Wohl kaum ein anderer Verein hat bei der Natischer Bevölkerung derart in die Höhe, Breite und Tiefe gewirkt wie die Frauen- und Müttergemeinschaft. Die FMG ist der grösste Verein im Dorf.»